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Baroness – Red Album

June 21, 2012

Für mich ist das blaue Album von Baroness ein typisch glattgebügeltes Album nach einem sehr starken Debüt. Aber dazu später mehr.

Ich habe die Band über dieses Album hier kennengelernt, das auch gleich mit dem Opener gezündet hat. Einen erfrischenden Mix aus Postrock, Hard Rock/Heavy Metal und ein bisschen Indierock, mit dem richtigen Gespür für Melodien und Härte, bieten Baroness auf ihrem Debüt. Das schon längst ausgelutschte Konzept des Postrocks (der Marke Mogwai & Co.) wird hier sehr gekonnt mit allerlei verschiedenen Zutaten angereichert und hält den Hörer bei der Stange. Schwermütiges und Melancholisches wird über Bord geworfen, der Bass groovt und die Gitarren legen lange und sehr melodiöse Läufe hin. Die Mischung rockt ungemein, das Tempo ist meistens schnell, endlose repetitive Passagen, wie man es aus dem Postrock kennt, werden meistens vermieden. Trotzdem wird gelegentlich auf die Bremse gedrückt und ruhigere, atmosphärische Parts eingeschoben, um den Spannungsbogen aufzuspannen oder, an den Anfang gestellt, die Stücke einzuleiten. Neben den oben genannten Genres hört man gelegentlich auch Stoner, Sludge oder Postcore heraus. Die letzteren beiden werden vor allem durch den Gesang geprägt, der hier in einer uninspirierten Brüllform vorkommt. Dieser ist aber recht zahm und selten, sodass man sich davon nicht abschrecken lassen sollte, falls man generell dieser Art von Ausdruck feindlich gesinnt ist.

Ich kann die Kritik an der Platte zum Teil verstehen, dass die Songs weniger Songstruktur haben als auf dem Blue Album, andererseits passt das zum starken Postrockanteil in der Musik. Die Stücke folgen eben nicht dem normalen Strophen-Refrain Format, sondern sind oft wie postrockige Instrumentalnummern aufgebaut und müssen dementsprechend nicht zwangsläufig in sich geschlossen sein und können auch ohne irgendwelche Hooklines auskommen. Auf dem Nachfolger ist der Postrock aus dem Repertoire verschwunden und die Struktur der Stücke um einiges songorientierter geworden, auch dem Gesang wurde viel mehr Platz eingeräumt. Dementsprechend kommt es vor allem drauf an, was die eigenen Vorlieben sind, ob man nun das rote oder das blaue Album als „Klassiker“ bezeichnen würde. Mir ist Rot lieber!

Federico Chavez

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